Senioren- und Veteranen-Reise vom 13.-15.10.2000
oder: als der grosse Regen kam
Die Seniorenreise 2000 ins Piemont wird wohl als die Feuchteste in die Geschichte eingehen. Nicht etwa wegen der Menge, die die Beteiligten in sich hineingeschüttet hätten, sondern wegen dem, was von oben kam. Doch alles schön der Reihe nach:
So hat uns der Tour-Operator die Reise schmackhaft gemacht:
Schon bald ist es wieder soweit! ...und dann geht's auf "grosse Reise". Auf vielfachen Wunsch führt uns die diesjährige Reise wieder einmal nach "Bella Italia". Genauer gesagt ins Piemont! Wer kennt sie nicht, all die Ortschaften welche schon durch ihren Namen ein verzücktes Schlucken im Gaumen auslösen... Asti, Alba, Barbaresco, Barolo, Neive, Novello etc. Bekannt ist das Piemont nicht nur durch seine hervorragenden Weine, sondern auch wegen seiner sehr reichhaltigen und vielfältigen Küche. Hier wird Essen wahrhaftig zelebriert!
Nebst den Gaumenfreuden kommt auf unserer Reise auch der Fussball nicht zu kurz. In Asti ist ein Freundschaftsspiel organisiert und am Sonntag besuchen wir ein Meisterschaftsspiel der Serie A; Juventus Torino vs. Bari.
Das war das vorgesehene Detailprogramm:
Freitag, 13.10.00
06.30
Abfahrt beim Gasthof Bären, Alchenflüh.
Über Interlaken - Grimsel - Simplon - Domodossola gelangen wir zum romantischen Lago d'Orta wo wir im Ristorante "Poncetta" in Gozzano zu Mittag essen. Je nach Reisezeit werden wir noch einen Besuch (Bummel) in Orta San Giulio vorsehen; einem wunderschönen, verkehrsfreien Fischerdörfchen.
15.30
Weiterreise via Alessandria nach Asti. Zimmerbezug im **-Hotel GENOVA im Zentrum von Asti.
19.30
Match gegen eine Seniorenmannschaft aus Asti mit anschliessendem gemeinsamen Nachtessen in einer ländlichen Trattoria.
Samstag, 14.10.00
09.30
Morgenessen; anschliessend Besuch des "Mercato" und Stadtbummel.
14.00
Abfahrt nach Cocconatto; kleiner Bummel durch diesen bezaubernden Ort mit einer fantastischen Rundsicht.
Anschliessend Besuch der Weinkellerei BAVA mit Degustation.
Weiterfahrt nach Torino. Zimmerbezug im ***-Hotel ROMA direkt beim Hauptbahnhof.
Abendessen im Ristorante "Pastissime".
Sonntag, 15.10.00
09.30
Morgenessen; anschliessend freie Stadtbesichtigung Torino.
13.30
Abfahrt ins "Stadio delle Alpi".
15.00 Besuch des Meisterschaftsspiels Serie A Juventus vs. Bari. Anschliessend Heimreise via Aosta - Gr. St. Bernhard - Martigny - Bern. 22.00 Ankunft Kirchberg.
Und so war es wirklich !!!
Am Freitag morgen starteten wir mit dem Gast-Car (Chauffeur war Gast Hausi himself) pünktlich beim Bären in Alchenflüh. 41 Senioren, Veteranen und Freunde des FC Kirchberg freuten sich auf die Reise. Es gab bereits eine erste Änderung: Die Simplonstrecke war wegen eines Erdrutsches gesperrt und wir fuhren durch den Gotthard. Einen ersten Halt gab es in Verbania am Lago Maggiore. Es regnete (noch) nicht.
Während der ganzen Reise war Tinu Weyermann unser Cantinier. Er sorge dafür, dass im Bus immer genügend Kaffee, Mineralwasser oder Bier vorhanden war. Herzlichen Dank Tinu !
Nach gemütlichem Stadtbummel genehmigten wir uns den Aperitivo im bezaubernden Orta S. Giulio. Erste Anzeichen, was diese Tage auf uns zukommen würde, zeigten sich bereits. Im Dämmerlicht um 12.00 Uhr Mittags schalteten sich die Stadtlaternen ein.
Anschliessend genehmigten wir uns im Ristorante "Poncetta" in Gozzano ein einfaches Mittagsmahl (Menu rechts). Das Essen dauerte von 13.30 bis 16.30 Uhr. Eingeschlafen ist dabei niemand. Zur Nachahmung unbedingt empfohlen: Reservationen unter Telefon 0039 0322 94392.
Übrigens: Während des Essens begann es zu regnen.
Nach einer gemütlichen Reise (mit Mittagsschlaf) durch den Regen trafen wir nach einer Zusatzschlaufe um 19.30 Uhr im Hotel GENOVA in Asti ein. Nach dem Zimmerbezug suchten wir in der Stadt unseren Gegner für das angesagte Freundschaftsspiel. Unsere italienische Freunde warteten geduldig beim vereinbarten Treffpunkt auf uns. Sie bestanden darauf, dass trotz des schlechten Wetters und der zu erwartenden prekären Platzverhältnisse gespielt wird.
Das Spiel fand in Castagnole Monferrato, etwa 15 km ausserhalb von Asti, statt. Der Platz war praktisch unbespielbar. Der Gegner, alles "Baristi" (Barmänner) aus Asti, hatten nur 8 Mann zur Verfügung. Zur Verstärkung haben wir Ihnen Dino und Edi ausgeliehen. Es wurde 2 x 30 Minuten, 10 gegen 10 gespielt. Schlussendlich hat der FCK mit 6 : 4 gewonnen. Hier ein Schnappschuss aus dem hochstehenden und sehr fairen Spiel.
Es wurde so schnell gespielt, dass des Schreibers Fotoapparat nicht mehr nachkam. Mit einer Ausnahme: Beim Spieler am rechten Bildrand handelt es sich um Dino. Er ist stehen geblieben, damit man ihn auf dem Bild erkennt !
Übrigens: Geregnet hat es während des ganzen Spiels für einmal nicht.
Nun freuten sich diejenigen, die bereits wieder Hunger hatten, auf das in Aussicht gestellte gemeinsame Nachtessen in einer ländlichen Trattoria. Immerhin war es bereits 23.00 Uhr. Gibt es im Piemont eine ländliche Trattoria, die zu dieser fortgeschrittenen Stunde noch einen Mehrgänger auftischt ? Nicht wirklich.
Aber die "Barristi" hatten vorgesorgt. Mitten in der Altstadt von Asti, im Privat-Club "Carosello" war für uns reserviert. Die Nightclub-Tische waren frisch mit edlem Stoff gedeckt und neben der Bühne wartete eine Band darauf, dass sie loslegen durfte.
Bei den einen war die Vorfreude gross, während andere eher nachdenklich wirkten.
Am Samstag morgen goss es wie aus Kübeln und es sollte den ganzen Tag nicht mehr aufhören. Nach einem Bummel über den Mercato (einige mussten sich mit neuen Schuhen eindecken, da sie die alten nicht mehr vom Fussballplatz-Lehm befreien konnten) und durch die Altstadt von Asti fuhren wir weiter nach Cocconatto. Von der grossartigen Weitsicht war dank des noch grossartigeren Regens nichts zu sehen. Da kam eine Degustation in der Weinkellerei BAVA (hier die Adresse für Nachbestellungen) gerade recht. Der Stradivario (ein ausgezeichneter Barbera d'Asti) und der Barolo waren vorzüglich. Auf alle Fälle haben sich die Leute fleissig mit Wein und Grappa eingedeckt.
Es regnete in der Zwischenzeit sintflutartig. Das Aostatal war von der Umwelt abgeschnitten und der Simplon bei Gondo unpassierbar. Also machten wir uns Richtung Milano auf die Heimreise. Da wir damit rechneten, erst nach Mitternacht nach Hause zu kommen, musste noch etwas gegessen werden. Die Reiseleitung liess sich dazu etwas einfallen. In bester "Flight-Attendant"-Manier wurden uns typische italienische Spezialitäten aus der Bord-Küche serviert.
Schliesslich trafen wir müde aber zufrieden am Montag morgen um 00.30 Uhr in Kirchberg ein.
Einen herzlichen Dank gebührt unseren Organisatoren Dino und Edi. Ihr habt nicht zuviel versprochen. Die Reise war ausgezeichnet organisiert und trotz des schlechten Wetters sehr kurzweilig. Sie wird sicher nicht nur wegen des grossen Regens in die Geschichte eingehen.
Ich freue mich bereits auf nächstes Jahr.
Christian Moser
P.S.
Am Montag morgen konnten wir dann in den Zeitungen lesen, dass wir nur mit viel Glück aus Torino rausgekommen sind. Ein bis zwei Stunden später wäre das wohl nicht mehr möglich gewesen.
Aber eben: Die Einen sagen, wenn wir das alles gewusst hätten, hätten wir das Fussballspiel nicht mehr angeschaut, während Andere behaupten, es wäre besser gewesen, zum Nachtessen in Torino zu bleiben.